Zahngesundheit der 6- bis 7-Jährigen
Ergebnisse für das Einschulungsjahr 2025
Für die 6- bis 7-Jährigen formuliert die Bundeszahnärztekammer in regelmäßigen Abständen Mundgesundheitsziele, die als Grundlage für ein Monitoring der Zahngesundheit dienen. Für das Jahr 2030 liegt das Ziel bei 80 % naturgesunder Gebisse. Der dmft-Index soll unter 1,5 liegen.
Zentrale Ergebnisse
- Der Anteil gesunder Milchgebisse bei den 6- bis 7-Jährigen sowie die Behandlungsquote haben sich im Jahr 2025 gegenüber den Vorjahren positiv entwickelt.
- Der Anteil Erstklässler mit kariösen Zähnen ist insgesamt weiterhin hoch. Die Mundgesundheitsziele werden noch nicht flächendeckend erreicht.
- Die Karieshäufigkeit bei den 6- bis 7-Jährigen ist im Stadtgebiet sehr heterogen verteilt, was auf einen deutlichen Zusammenhang mit sozioökonomischen Faktoren hinweist.
Der zahnärztliche Dienst des Gesundheitsamt Dortmund führt jährliche Reihenuntersuchungen in Kindertageseinrichtungen, Grund- und weiterführenden Schulen durch. Die Reihenuntersuchungen sind Teil der prophylaktischen Maßnahmen, die der zahnärztliche Dienst zur Verbesserung der Mundgesundheit umsetzt. Die Untersuchungen werden direkt in den Einrichtungen durchgeführt und gehen einher mit einer Aufklärung zur Zahngesundheit und einer Rückmeldung an die Eltern, was insbesondere dann wichtig ist, wenn bei Kindern auffällige Befunde festgestellt werden und/oder Kinder bislang nicht in einer Zahnarztpraxis vorstellig geworden sind. Neben dieser individuellen Förderung der Zahngesundheit der untersuchten Kinder bieten die im Rahmen der Reihenuntersuchung erhobenen Befunde die Möglichkeit, die Zahngesundheit der Kinder in Dortmund statistisch auszuwerten.
Ein Ausschnitt daraus - die Ergebnisse für die Altersgruppe der 6- bis 7-Jährigen - werden im Folgenden vorgestellt. Dabei liegt der Fokus auf der Kariesprävalenz, die in der Untersuchung neben weiteren Aspekten zum Beispiel zur Mundhygiene oder zu kieferorthopädischen Fehlstellungen begutachtet wird. Eine altersspezifische Betrachtung der Kariesprävalenz ist geboten, da das Auftreten von Karies abhängig vom Alter stark variiert.
Gesunde Milchgebisse und Behandlungsquote
Für den zahnärztlichen Dienst sind im Hinblick auf Karies zwei Aspekte wichtig: Primäres Ziel ist es, die Entstehung von Karies durch frühestmögliche Aufklärung zum Thema Kariesprophylaxe zu verhindern. Ebenso wichtig ist es, bei Kindern, die bereits von Karies betroffen sind, für eine gute zahnärztliche Versorgung auch im Milchgebiss zu sorgen. Der Indikator Anteil gesunder Gebisse1 eignet sich daher besonders gut für die Betrachtung. Gesunde Gebisse sind die Summe aus naturgesunden Gebissen und Gebissen, bei denen sämtliche von Karies betroffenen Zähne behandelt wurden.
Bei den 6- bis 7-Jährigen hatten im Jahr 2025 72,5 % der untersuchten Kinder ein gesundes Gebiss. Gegenüber den Vorjahren ist der Anteil leicht gestiegen. Bei der Betrachtung nach Geschlecht zeigt sich, dass dieser Anstieg insbesondere auf eine Verbesserung der Zahngesundheit bei den Jungen zurückzuführen ist. Im Jahr 2025 ist der Anteil gesunder Gebisse bei Jungen und Mädchen gleich, während in den beiden Vorjahren der Anteil bei den Mädchen höher lag. Die Unterscheidung zwischen Aktionsräumen2 und dem Rest von Dortmund zeigt eine Differenz in den Ergebnissen abhängig vom Wohnort. In den Aktionsräumen ist der Anteil Kinder mit gesunden Gebissen deutlich geringer. Aber auch hier hat sich die Zahngesundheit 2025 im Vergleich zu den Vorjahren verbessert.
Die Behandlungsquote gibt an, wie hoch der Anteil an behandelten Zähnen an allen von Karies betroffenen Zähnen ist. Hier gab es im Jahr 2025 ebenfalls einen Sprung nach oben auf 47,3 %. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen. Der Anteil behandelter Zähne ist in Aktionsräumen etwas geringer als im Rest von Dortmund. Im Jahr 2025 ist die Behandlungsquote aber sowohl in den Aktionsräumen wie auch in den sonstigen Sozialräumen gestiegen.
Ergebnisse auf Ebene der Stadtbezirke / Sozialräume
Die unterschiedlichen Ergebnisse von Kindern, die in einem Aktionsraum wohnen, und Kindern, die in einem weniger belasteten Sozialraum aufwachsen, geben bereits einen deutlichen Hinweis darauf, dass es große räumliche Differenzen in der Zahngesundheit der 6- bis 7-Jährigen gibt. Um dies genauer zu analysieren, werden auch Ergebnisse auf Ebene der einzelnen Stadtbezirke und Sozialräume betrachtet.
Im Stadtbezirk Hombruch haben 85,1 % der 6- bis 7-Jährigen gesunde Milchgebisse. Demgegenüber steht ein Anteil von 53,3 % in der Innenstadt-Nord. Dieser Wert liegt deutlich unter den Ergebnissen der anderen Stadtbezirke. Insgesamt zeigt sich ein für die Stadt Dortmund typisches Nord-Süd-Gefälle, das man auch bei der Betrachtung verschiedenster Sozialindikatoren vorfindet. Positiv ist zu bewerten, dass sich der Anteil im Vergleich zum Vorjahr in allen Stadtbezirken, mit Ausnahme von Huckarde, erhöht hat. Die größten Steigerungen gab es dabei in den Stadtbezirken Eving, Innenstadt-Nord und Scharnhorst. Zu dieser Verbesserung hat sicherlich auch beigetragen, dass der zahnärztliche Dienst in den Jahren 2023 und 2024 stärker in Kindertageseinrichtungen, insbesondere in diesen Stadtbezirken, aktiv gewesen ist.
Die Betrachtung der Ebene der insgesamt 39 Sozialräume ermöglicht es, unterschiedliche Entwicklungen innerhalb von Stadtbezirken zu erkennen. Es fällt auf, dass der Sozialraum Hörde im Stadtbezirk Hörde ein deutlich schlechteres Ergebnis als die umliegenden Sozialräume aufweist. Auf der anderen Seite erreicht der Sozialraum Brechten/Holthausen im nördlichen Stadtbezirk Eving einen höheren Anteil als die umliegenden Sozialräume. Die Sozialräume Westfalenhalle und Kirchhörde/Löttringhausen/Lücklemberg erreichen als einzige Werte über 90 %.
Mundgesundheitsziele 2030
Die Bundeszahnärztekammer formuliert in regelmäßigen Abständen neue Mundgesundheitsziele, begleitet von einem wissenschaftlichen Monitoring zur Überprüfung der Zielerreichung. Die von der Bundeszahnärztekammer verwendeten Indikatoren betrachten dabei ausschließlich das Vorhandensein einer Karies und nicht den Behandlungsstatus. Für das Jahr 2030 liegt das Ziel bei 80 % naturgesunder Gebisse3. Der dmft-Index4 soll unter 1,5 liegen.
Die Altersgruppe der 6- bis 7-Jährigen ist die einzige, bei der die Zielvorgaben für das Jahr 2030 im Vergleich zu 2020 nicht angehoben wurden. Studienergebnisse, die als Grundlage für die Festlegung dienen, hatten gezeigt, dass sich die Zahngesundheit/Kariesprävalenz nicht so positiv entwickelt, wie erwartet wurde. In der letzten Begleituntersuchung5 aus dem Jahr 2016 hatten 56,4% der untersuchten Kinder in Deutschland ein naturgesundes Gebiss. Der dmft-Wert lag bei 1,73. In Dortmund sind die Ergebnisse im betrachteten Zeitraum ebenfalls noch deutlich von den Zielwerten entfernt.
Die Diskrepanz zwischen Zielwert und aktueller Situation ist besonders groß beim Anteil naturgesunder Gebisse. Dieser liegt im gesamten betrachteten Zeitraum konstant unter 60 %. Wenn man die Ergebnisse nach Geschlecht differenziert, zeigt sich, dass der Anteil naturgesunder Gebisse bei Mädchen etwas höher liegt. Dies ist in allen Jahren der Fall. Einen weitaus größeren Einfluss auf das Vorliegen von Karies hat der Wohnort. Der Anteil an Kindern mit naturgesunden Gebissen ist bei Kindern, die in einem Aktionsraum wohnen, rund 20 %-Punkte niedriger als im Rest von Dortmund.
Die Ergebnisse für den dmft-Index sind weniger dramatisch. Während der Anteil komplett kariesfreier Gebisse noch deutlich unter dem Zielwert liegt, ist die Verbreitung kariöser Zähne insgesamt schon nahe am Zielwert. Mädchen liegen im Ergebnis sogar knapp unter dem Zielwert. Wie beim Anteil naturgesunder Milchgebisse zeigt sich auch hier ein deutlicher Einfluss sozioökonomischer Faktoren. In Aktionsräumen liegt der dmft-Index im Jahr 2025 bei 2,21, während im Rest von Dortmund der Zielwert deutlich unterschritten wird.
Ergebnisse auf Ebene der Stadtbezirke / Sozialräume
Auf Ebene der Stadtbezirke und Sozialräume zeigt sich eine ähnliche Verteilung wie bei der Betrachtung gesunder Milchgebisse.
Fußnoten
Als gesund gilt ein Gebiss, wenn es entweder komplett kariesfrei ist oder alle kariösen Zähne behandelt wurden.↩︎
13 der insgesamt 39 Sozialräume in Dortmund gelten als Aktionsräume. In zwei weiteren Sozialräumen gibt es Aktionsquartiere. Für diese Gebiete hat die Stadt Dortmund besondere Bedarfe festgestellt und entwickelt im Rahmen des Aktionsplans Soziale Stadt Angebote. Mehr Infos dazu finden sie hier.↩︎
Naturgesund ist ein Gebiss dann, wenn zum Untersuchungszeitpunkt kein von Karies betroffener Zahn festgestellt wird. Dabei ist unerheblich, ob der von Karies betroffene Zahn behandelt wurde oder nicht.↩︎
Der dmft-Index gibt die durchschnittliche Anzahl kariöser Zähne je untersuchtem Kind an.↩︎